Hausbräu im Ballhaus Watzke GmbH
Dresden
DEU

Hervorgegangen aus einer alten Schankwirtschaft im Dorf Pieschen bei Dresden war das Watzke zunächst ein Bier- und Gartenrestaurant (1838), bis im Jahre 1898 der alte Bau abgerissen und durch ein Ballhaus ersetzt wurde. Als solches wurde es erfolgreich betrieben – wenn es auch während beider Weltkriege vorübergehend als Soldatenunterkunft benutzt wurde. Seit 1950 wurde das Gebäude jedoch nur noch als Lager genutzt.

Erst nach einer Sanierung 1993 bis 1996 wurde es wieder als Gastwirtschaft eröffnet, diesmal als Hausbrauerei. Rudi Vogel aus Karlsruhe, dem auch das Vogelbräu in Karlsruhe nebst einiger Tochter-Gasthausbrauereien im badischen Raum gehört, zeichnete hierfür verantwortlich. Seit dieser Zeit zieht die Kombination aus Gasthausbrauerei im Erdgeschoss und großem Ballsaal im Obergeschoss die Gäste nicht nur aus Dresden an.

So wurde das Hausbräu im Ballhaus Watzke GmbH zum Lieblingsbrauhaus meiner holden Angetrauten – wann immer wir in Dresden oder in der Nähe sind, machen wir wenigstens einmal Rast beim Watzke, letztmalig am 18. Juli 2007.

Biere vom Watzke

Im Erdgeschoss befindet sich die Brauanlage – mit Tischen und Bänken direkt am Braukessel. Sehr schön, näher kann man seinem Lieblingsgetränk nicht kommen! Im Stockwerk darüber der ehemalige Ballsaal, der für große Feiern genutzt werden kann, und draußen vor der Tür ein kleiner Biergarten mit Blick auf die Elbe, bei gutem Wetter auch manchmal mit Livemusik. Nur der Radweg trennt den Gast vom Elbufer.

Auf der Speisekarte finden sich immer mal wieder ungewöhnliche Speisen, die man in einem Brauhaus nicht als selbstverständlich erwartet – am 14. Juni 2007 zum Beispiel ein interessant schmeckender japanischer Tiefseefisch.

Ebenfalls schön: Jeden Monat gibt es zusätzlich zu den „normalen“ Biersorten ein „Monatsbier“. Das heißt, es lohnt sich für den Biertrinker immer wieder aufs Neue, vorbei zu kommen und rein zu schmecken.

Die Qualität der Biere, oder sagen wir besser, der Geschmack, ist unterschiedlich – nicht alles hat mir auf Anhieb gemundet, aber im Großen und Ganzen ist es schon prima.

Nachtrag 17. Januar 2017: Enttäuscht verfolge ich die Berichterstattung über eine Veranstaltung des „Politikers“ Björn Höcke von der Alternative für Deutschland, die im Ballsaal des Watzke stattgefunden hat. Statt sachlicher politischer Auseinandersetzung nur primitive Polarisierung, um es noch zurückhaltend und diplomatisch auszudrücken. Politische Hetze am äußersten Rande der Legalität – wie später festgestellt wurde, gerade noch durch Artikel 5 des Grundgesetzes gedeckt. Aber nur gerade noch.

Kann immer mal passieren, dass man einen solchen „Gast“ aus Versehen (Gleichgültigkeit? Fahrlässigkeit? Oder doch ihn in seiner Meinung heimlich oder offen unterstützend?) in seinem Saal beherbergt, ihn den Saal für seine Veranstaltung mieten lässt?

Vielleicht…

Wovon ich aber nirgends etwas habe finden können, das ist, dass sich die Betreiber des Watzke von den Hetzreden des 17. Januar 2017 distanziert hätten oder sich entschuldigt hätten, mit dem Ballsaal ein Forum für diese geboten zu haben.

Bis mir also jemand eine glaubhafte Quelle liefert, dass man dieses getan hat (das Distanzieren, nämlich, und das Entschuldigen), bleibt mir nur ein deftiges „Pfui! Für mich ist das Hausbräu im Ballhaus Watzke GmbH gestorben!“

Bilder

Hausbräu im Ballhaus Watzke GmbH
Kötzschenbroder Straße 1
01 139 Dresden
Sachsen
Deutschland

Merken

Merken

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*