Bier löscht den Durst
(Lese- und Hörprobe)

Reklame?*

Gerade machen die ersten Biergärten und bewirtschafteten Alpen wieder auf. Trotz schlechten Wetters setzen sich die ersten Gäste hin, dick eingemummelt und von Schirmen oder Kapuzen geschützt, staunen in ihr Bier und hoffen, dass es den Durst löscht.

Ich nicht.

Zumindest letzteres nicht.

Ich hoffe nicht, dass es den Durst löscht.

Und warum, darum geht es im Bier-Brevier Unser täglich Bier gib uns heute, in diesem wunderbaren Buch, in dem Ihr für jeden Tag des Jahres einen neuen Text, ein Gedicht, einen Aphorismus, eine Parabel oder eine Persiflage zum Thema Bier findet. Oder zum Thema Durst auf’s Bier. Was ja eh fast das Gleiche ist.

Der Text vom 2. Juni beantwortet die Frage, warum ich nicht hoffe, dass mein Bier meinen Durst löscht. Lest selbst (oder, alternativ, hört selbst):

unser täglich Bier gib uns heute


Bier löscht den Durst

Stolz zeigt der Brauer auf sein kupfern glänzendes Sudwerk und wirft sich selbstbewusst in die Brust: „Unser Bier ist eines der besten. Und warum? Kein anderes Bier löscht den Durst so gut!“

Er schaut in die Runde, erwartungsvoll. Einmütiges Nicken.

Und mir fällt fast das Glas aus der Hand …

„Nein!“, stöhne ich entsetzt auf.

Möchte ich wirklich ein Bier, das den Durst löscht? Mein Verlangen auf einen weiteren Schluck stillt? Mir nur ein einmaliges Vergnügen bietet?

Ich möchte lieber ein anderes Bier! Eines, das den Durst überhaupt nicht löscht, das ihn erst anfacht und mit jedem einzelnen Schluck die Lust auf den nächsten steigert.

Ein gutes Bier erfreut mit einem wunderbaren Duft, mit einem frischen und anregenden Antrunk, mit komplexem Aromaspiel auf Zunge und Gaumen und mit einem feinen Schluck. Und dann zeigt sich die Kunst des Brauers.

Macht das Bier Lust auf das nächste? Hinterlässt es eine feine und trockene Herbe in der Kehle, die das Verlangen nach dem nächsten Schluck nicht verebben lässt? Lässt es den Speichel im Mund zusammenlaufen ob seiner feinen und fruchtigen Süße? Schmeicheln seine Duft- und Aromakomponenten der Nase und lassen uns am leeren Glas noch schnuppern? Spüren wir, wie nach dem letzten Tropfen, der noch in der Kehle zu spüren ist, der Wunsch aufkommt, das Glas erneut anzusetzen, die Kühle an den Lippen zu spüren, einzuatmen und dann, zunächst ganz vorsichtig, dann mit immer mehr Schwung die Flüssigkeit über die Zunge rinnen zu lassen – ganz eins mit sich und der Welt und seinem Bier?

Wir spüren in diesem vollkommenen Moment nur noch eins: Durstiges Verlangen.

Ja, das ist es. Ein Bier soll den Durst nicht löschen. Es darf den Durst nicht löschen, sonst hat es seinen Beruf verfehlt. Es soll den Durst anfachen, zum Erlebnis machen und ihn nie enden lassen.

Die Bierreklame der sechziger Jahre hat es schon immer gewusst: Durst wird durch Bier erst schön!

Bier löscht den Durst


unser täglich Bier gib uns heute

Mehr über dieses wunderbare Buch, aus dem dieser Text stammt, hier und unter den Hashtags #bierbrevier und #unsertaeglichbiergibunsheute in den Social Media.

E.I. und Freunde: Unser täglich Bier gib uns heute
tredition GmbH
Hamburg, 2020
ISBN Paperback: 978-3-347-13125-5
ISBN Hardcover: 978-3-347-13126-2
ISBN E-Book: 978-3-347-13127-9

* Reklame? Es gibt immer wieder Diskussionen, ob die Rezension von Büchern Reklame sei. Im Zweifelsfall sollte ein Blogbeitrag daher entsprechend gekennzeichnet werden. Nun, in diesem Fall ist die Frage leicht zu beantworten:

Reklame? Ja!

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