Der Tauschhandel blüht (61)
Stargard
POL

[Blick zurück auf August 2024]

Es geht nichts über gute Kollegen am Arbeitsplatz!

In wenigen Tagen jährt sich ein Ereignis … Ein Tag, den ich eigentlich ungern begehe, bei dem es mir am liebsten ist, wenn er so behandelt wird, wie alle anderen dreihundertvierundsechzig Tage des Jahres auch, nämlich ohne Aufhebens. Da kommt es mir auch zupass, dass der dienstliche Kalender mir mitteilt, dass alle in Frage kommenden Gratulanten kommende Woche auf Dienstreise sein werden. Wie schön …

Doch jetzt … Wir haben ein kleines gemeinsames Frühstück, und der Herr G. packt plötzlich eine Tasche aus. „Wir sind ja nächste Woche alle nicht da“, fängt er an, und mir schwant schon, was jetzt kommt. „Und da wir ihren Ehrentag nicht einfach so ignorieren wollen, haben wir hier ein kleines, vorgezogenes Geburtstagsgeschenk für Sie! Gratulieren tun wir dann aber erst später …“

Nun denn, so habe ich jetzt Grund zu Freude: Eine schöne und edle Flasche Rodenbach Caractère Rouge, Flanders Red Ale, Aged in Oak Foeders.

Ganz etwas Feines, und da bereitet die Verkostung natürlich besonders viel Freude!

Verkostungsnotizen

Rodenbach Caractère Rouge, Flanders Red Ale, Aged in Oak Foeders (7,0%)

Das Bier hat eine sauerkirschrote Farbe und eine nur ganz sachte Trübung. Der Schaum ist nicht der Rede wert, spielt bei diesem Bier aber auch keine Rolle.

Der Duft ist eine komplexe und gleichzeitig doch spielerische Kombination aus Aromen der mitmacerisierten Früchte (Kirschen [12,0%], Himbeeren [3,5%] und Moosbeeren [Cranberries, 3,5%]), des Holzfasses, in dem das Bier ausgebaut worden ist (Eiche, mit leichten Anklängen von Vanille], und der von den teils wilden Hefen verursachten ledrigen, säuerlichen und erdigen Akzente.

Der Antrunk ist von einer feinen, fruchtigen Säure geprägt, und auf der Zunge entfalten sich im Nu all die vielen, verschiedenen Facetten, die die Nase gerade eben schon erschnuppert hat. Die Säure und eine nur scheinbar als süß empfundene Fruchtigkeit (in Wirklichkeit ist das Bier knochentrocken] breiten sich im ganzen Mundraum aus, während die eher flüchtigen Aromen sich parallel dazu retronasal bemerkbar machen. Minutenlang kann man den Schluck im Mund hin und her wälzen und immer neue, feine Aromakomponenten identifizieren. Sind es mal die Kirschen, dann die Himbeeren und schließlich die Moosbeeren, die zu dominieren scheinen, sind es Augenblicke später dann doch wieder die holzigen, vanilligen Aromen. Oder doch eher das Leder? Die Erdigkeit? Je nachdem, wo das Bier gerade „herumschwappt“, erzeugt es immer neue organoleptische Eindrücke.

Erst eine ganze Weile nach dem Schluck kommt auch eine gewisse Herbe zum Vorschein, allerdings weniger in Form klassischer Hopfenbittere, als vielmehr in leicht die Schleimhäute rau machender Form – also eher Gerbstoffe als Alphasäuren …


Weitere Berichte über den Tauschhandel am Arbeitsplatz sind von hier aus erreichbar.

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