Beerhouse 111 | Haus der 111 Biere
Würzburg (DEU)

[Blick zurück auf März 2025]

Lang, lang ist’s her, mein Studium. Vier Jahrzehnte! Aber ein paar Erinnerungen überdauern. Zum Beispiel die an Etablissements namens Biermuseum oder Haus der 111 Biere. Die gab es in München, Heidelberg und sonst wo, und dem Zeichen der Zeit geschuldet waren es etwas heruntergeranzte Volumentrinkerkneipen, die sich insbesondere in studentische Kreisen großer Beliebtheit erfreuten. Formal erfüllten sie die in der Werbung genannten Kriterien, allen voran die Behauptung, mehr als hundert verschiedene Biere aus aller Welt anzubieten. Dass neunzig davon uninteressante und auf Geschmacksneutralität hin optimierte Industriebiere waren und von diesen wiederum die Hälfte irgendwelche alten Flaschen aus Übersee, deren Mindesthaltbarkeitsdatum, sofern überhaupt eines angegeben war, etwa am dreißigsten Geburtstag meines Uropas gelegen haben könnte, tat der formalen Richtigkeit des Angebots ja keinen Abbruch. Wohl aber dem Genuss.

Insofern gehe ich heute ein wenig vorurteilsbehaftet in Würzburg ins Beerhouse 111, Untertitel „Haus der 111 Biere“. Ob es hier auch zwölf Jahre alte Flaschen Tusker Lager aus Kenia gibt, eines Biers, von dem man schon vor Ort in Nairobi sagt, dass es nur die afrikanische Hitze ist, die es in den Körper hineintreibt?

Schauen wir doch mal rein!

Aber ich werde positiv überrascht. Es empfängt mich eine durchaus ansprechende Atmosphäre. Aufgeräumte Tische, schlicht dekoriert, aber mit einer umfangreichen und nicht zu unübersichtlichen Bierkarte, elf Bieren vom Fass und weitere hundert aus der Flasche oder Dose. Große Kühlschränke mit Glastüren verschaffen einen Überblick, falls man keine Lust hat, durch die Karte zu blättern, und der freundliche Service hilft auch gern bei der Bierauswahl.

Was auch auffällt: Es gibt ein paar interessante Serviervorschläge. Zum einen ein klassisches Tasting Board, bei dem fünf der elf Fassbiere in 100-ml-Portionen verkostet werden. Zwei Versionen dieses Tasting Boards gibt es, die Auswahl ist aber fest vorgegeben. Hausbiere, die angeblich extra für das Beerhouse 111 eingebraut werden, finden sich hier ebenso wie eigentlich eher uninteressante etablierte Biere wie Guinness oder Sion Kölsch. Durstige können sich auch alle elf Fassbiere zu je 200 ml bestellen – das läuft dann natürlich auf über zwei Liter Bier hinaus. Dazu müsste man genug Zeit und Durst mitbringen. Beides habe ich heute leider nicht.

Für Mutige oder Neugierige gibt es noch den Super Deal, bei dem man drei Flaschen Bier „blind“ bestellt, das heißt, das Personal sucht aus, was es gibt. Ist preislich nicht uninteressant – wo bekommt man in der Gastro heutzutage noch drei Flaschen Bier für knapp unter zehn Euro? Klar, dass da vermutlich die Biere dabei sind, die nicht ganz so gut laufen, aber vielleicht ist auch mal eine echte Entdeckung dabei, die man sich sonst nicht bestellen würde. Als Six-Pack-Deal mit sechs Flaschen für knapp achtzehn Euro ist es sogar noch preisgünstiger.

Heute mit nur wenig Bierdurst und noch weniger Zeit gesegnet, bestelle ich mir das Tasting Board „B“ mit den folgenden Bieren:

  • Herzog von Franken – Hausbier hell (4,7%)
  • Sion – Kölsch (4,8%)
  • Herzog von Franken – Sturer Bock (7,2%)
  • Guinness – Draught (5,0%)
  • aWÜ – Festbier (5,4%)

Echte Bringer sind da jetzt nicht dabei, aber Spaß macht dieses Tasting Board trotzdem.

Wer von all diesen Bieren Hunger bekommt (Hand auf’s Herz: Wer tut das nicht?), kann sich zwischen Burgern, Fritten, Salaten und Eiskreme entscheiden. Klassisches Beeerfood, also.

konsequent im Innendesign

Klar, in solch einer Bierkneipe muss man auch den Volumentrinker mitnehmen, und so gibt es jeden Tag eine andere Sonder- oder Rabattaktion. Ob es der Zwei-Liter-Stiefel ist, der Studentenrabatt oder die Pitcher Latenight – wer wenig Geld hat, kommt auf diesem Weg an relativ viel und relativ gutes Bier für relativ wenig Geld.

Ist schon okay.

Keine wirkliche Craftbier-Bar, aber doch eine Tränke, in der man mehr als nur die regionalen Null-Acht-Fuffzehn-Biere bekommt.

Hervorgegangen ist das Beerhouse 111 durch Umzug an die aktuelle Adresse aus dem früheren Haus der 150 Biere und dem Papperla Pub.

Das Beerhouse 111 ist laut Website dienstags bis freitags ab 16:00 Uhr, sonnabends und sonntags ab 15:00 Uhr geöffnet; montags ist Ruhetag. Der Rabattkalender bietet aber für jeden Wochentag eine Aktion an, auch für den Montag, an dem ist nämlich ab 19:00 Uhr „21 Choices for Students!“. Zu erreichen ist die Bierbar mit der Straßenbahn, sie liegt auf halbem Weg zwischen den Haltestellen Juliuspromenade und Cogress-Centrum.

Bildergalerie

Beerhouse 111 | Haus der 111 Biere
Juliuspromenade 18
97 070 Würzburg
Bayern
Deutschland

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