Fat Schorsch
Bier aus dem Riesenfass

[Blick zurück auf den Herbst 2025]

Im Februar 2024 hallt das Web wider. Die ganz große Trommel wird geschlagen – eine 6000 Liter fassende Holztrommel. Schorsch Tscheuschner hat in Schweden ein riesiges Holzfass entdeckt und will da drin das stärkste Fassbier der Welt brauen, das Fat Schorsch. Kein Sauerbier, sondern ein Blend seiner bisher besten Schorschbräu-Fassbiere, die er „im kleinen Maßstab“ hergestellt hat, also in 500-Liter-Mengen. Ein Jahr soll es reifen und dann in den Handel kommen. Und dann soll das Fass wieder neu belegt werden, mit einer etwas anderen Kombination extrem starker Teilsude. Und ein Jahr später wieder …

Tolle Pläne, die weit in die Zukunft reichen. Aber … noch steht das Fass in Schweden. Und der Transport nach Deutschland wird schon schweineteuer, ganz zu schweigen von den sonstigen Aufwänden, die noch kommen: Das Fass muss gereinigt werden, es muss innen getoastet werden, um die Holzaromen besser ans Bier abzugeben, es muss gefüllt werden und es muss ein ganzes Jahr lang mitten in der Brauerei stehen und reifen – eine gewaltige Kapitalbindung.

Die Lösung liegt im Crowdfunding. Jeder, der das Bier hinterher probieren möchte, darf sich jetzt schon ein spannendes Paket zusammenstellen – natürlich gegen Vorkasse. Das ist ja das Wesen eines Crowdfundings.

Klar, dass ich dabei bin!

Am 1. März 2024 wird das Fass gefüllt – die Zeit läuft.

Ein Dreivierteljahr später: Anlässlich des Auftaktabends zur BrauBeviale bin ich in Gunzenhausen, und natürlich gehört ein Kurzbesuch in Schorschs Brauerei dazu. Und diesmal auch: Das vorsichtige Zwickeln einer ersten Probe des Fat Schorsch!

Hervorragende Ansätze sind zu spüren. Ein bisschen spritig ist es noch, ein bisschen pelzig wirkt es auf der Zunge – alles Eigenschaften, die bei weiterer Reifung noch verschwinden werden. „Tja, ein Jahr wird wohl nicht reichen“, erzählt Schorsch. „Ihr werdet Euch vermutlich bis zum Sommer gedulden müssen, bis das Bier wirklich so ist, wie ich es haben möchte.“ Qualität kostet ihre Zeit.

endlich eingetroffen

Am 5. August 2025 ist es dann endlich soweit: Der Paketbote klingelt an der Tür und wuchtet einen riesigen Karton ins Treppenhaus. Der Inhalt: Eine Drei-Liter-Flasche Fat Schorsch aus dem Big Ass Barrel, dazu noch vier kleine 0,33er-Flaschen, Bierdeckel, ein Steinuntersetzer mit Fat-Schorsch-Logo und Verkostungsgläser.

Fast anderthalb Jahre Wartezeit haben sich gelohnt – endlich ist es da, das tiefschwarze Big-Ass-Barrel-Bier Fat Schorsch.

Während ich mich jetzt dran mache, das Bier im kühlen Keller einzulagern, ist Schorsch im fernen Gunzenhausen schon wieder beim nächsten Schritt: Das zweite im Big-Ass-Barrel reifende Bier wird ein Fat Red Schorsch sein. Klare Sache, dass ich auch da wieder dabei sein werde!

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Verkostungsnotizen

Schorschbräu – Fat Schorsch (15,3%)

Ein bisschen friemelig ist es, den Kronkorken von der dicken Wachsschicht frei zu pulen – wenigsten so weit, dass der Kapselheber angesetzt werden kann. Auch das brandneue Sommelierbesteck hilft da nur bedingt …

Dann aber beginnt reiner Genuss. Leicht viskos ergießt sich das rötlich kastanienbraune, leicht opalisierende Bier ins Glas. Eine hauchdünne Schaumschicht bildet sich, verschwindet aber rasch wieder.

Der Duft begeistert mit Aromen von dunklen Trockenfrüchten, schwerem Masala-Wein, einem nussigen Hauch Schokolade und etwas Karamell. Dahinter ein leichter Malzcharakter und ein feines, ganz leicht holzig und vanillig wirkendes Aroma.

Kostprobe

Auf der Zunge fühlt sich das Bier ölig an, dick und sämig. Fruchtnoten steigen retronasal in die Nase, eine dicke Süße erfreut die Zunge und den Gaumen. Eine milde Säure lässt den Speichel fließen und gleicht die Süße gerade so weit aus, dass sie nur dick, aber nicht klebrig wirkt.

Hinten im Rachen macht sich nach dem Schluck rasch eine weinige, alkoholische Wärme breit – wohlig und angenehm.

Ein sehr komplexes, sehr rundes Bier für den bewussten und feinen Genuss.

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Schorschbräu
Richard Stücklen Straße 7
91 710 Gunzenhausen
Bayern
Deutschland

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