Trinke Bier und tue Gutes: Saturá Impact Hour
Berlin
DEU

miniatur-1Tief in unseren Herzen sind wir doch alle gute Menschen. Und wie gerne würden wir von dem wenigen Geld, das wir haben, gelegentlich etwas abgeben, „für den guten Zweck“, anderen, denen es noch schlechter geht als uns, damit helfen. Aber, ach, gar zu oft scheitert es an der Gelegenheit oder am „Inneren Schweinehund“. Stehen wir abends in der Bierbar, dem Brauereiausschank oder auf dem Craftbier-Fest, dann halten wir den Euro in der Hand, drehen ihn einmal, zweimal, dreimal um, bis ihm schon ganz schwindlig wird, und dann werden wir wieder schwach, kaufen uns ein leckeres Bier davon, genießen es und beruhigen unser schlechtes Gewissen damit, dass der Brauer ja auch ein ganz armer Hund sei, den es zu unterstützen gelte.

Aber da gibt es in Berlin jetzt Abhilfe. Man trinke sein Bier ganz einfach bei der nächsten Impact Hour.

Das Konzept der Impact Hour ist simpel: Jeder von uns kann für eine symbolische Stunde einmal Einfluss, Auswirkung, Bedeutung haben, Impact eben. Die Stunde kann auch mal nur 30 Minuten dauern, ein anderes Mal einen ganzen Tag umfassen. Wichtig ist: Es wird etwas gemacht, mit dem man etwas bewirkt. Etwas Gutes zumal.

Man organisiere eine Bierprobe und spende von jedem eingenommenen Euro zehn Cent. Oder man bitte einen Wirt oder Getränkehändler, für einen bestimmten Zeitraum auf seinen Gewinn zu verzichten und diesen zu spenden. Oder man lade Freunde und Bekannte ein und verlange statt Eintritt einen Obulus für gute Zwecke. Oder, oder, oder… So wie laut Andy Warhol jeder für fünf Minuten ein Star sein kann, kann auch jeder für eine Stunde Einfluss haben und etwas bewirken.

miniatur-2Saturá ist ein Projekt, das sich als Social Business versteht: „Saturá works on both conceptual and operational levels leveraging innovative mechanisms to enable companies to advance socializing their business culture and stakeholder activation while fundraising.” Es hat unter anderem auch schon Africa GreenTech’s Solar Container unterstützt. Der Berliner Bierliebhaber Trent zum Mallen steht dahinter und hat am 21. Oktober 2016 im Flaschbierschop in der Fehrbelliner Straße die Saturá Impact Hour organisiert.

Impact im Kleinen.

Dem Motto Kleinvieh macht auch Mist folgend, können auch kleine Impact Hours etwas bewirken, every little thing counts.

miniatur-3Ein Fass Maisel & Friends Pale Ale wurde irgendwo in Berlin aufgetrieben, schon recht nahe am Mindesthaltbarkeitsdatum. Keiner wollte es mehr so richtig anbieten. Der Kunde möchte, nicht zu Unrecht, möglichst frische Produkte. Trent schnappte es sich „für lau“, brachte es in den Flaschbierschop und zapfte es dort an. Wer wollte, durfte ein Gläschen trinken. Gratis.

Und wer dabei ein schlechtes Gewissen bekam, durfte spenden. Spenden für Saturá, spenden im Rahmen der Impact Hour.

Manche Menschen nassauern sich bei solchen Gelegenheiten durch. Ein solider Rausch, und im Klingelbeutel findet sich nur ein abgeschabter Hosenknopf. Andere wiederum haben ob der Großzügigkeit des Bierspenders ein latent schlechtes Gewissen, zahlen mehr, deutlich mehr, als das Bier im regulären Verkauf gekostet hätte. Und am Ende des Tages nivelliert sich alles – in der Spendenkasse findet sich ein ansehnlicher Betrag, und das Fass ist leer. Und zwar leer, weil es seiner Zweckbestimmung zugeführt wurde, dem Genuss nämlich, und nicht, weil das Bier angesichts des Mindesthaltbarkeitsdatums in die Kanalisation entsorgt wurde. Diese, die Entsorgung in die Kanalisation, kam dann erst mittelbar, ein bis zwei Stunden später, und vor allem dezentral.

Trinken für einen guten Zweck also. Saturá Impact Hour im Flaschbierschop.

Trinke Bier und tue Gutes.

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