Meininger Privatbrauerei GmbH & Co. KG
Meiningen
DEU

Die Meininger Privatbrauerei machte bis zum Jahr 2010 durch gezielte Verstöße gegen das sogenannte Deutsche Reinheitsgebot von sich reden. Mit dem Banana Jack und dem Black Jack wurden Getränke angeboten, die irgendwo zwischen Biermischgetränken und Fruchtbier angesiedelt waren. Daneben gab es natürlich noch ein ordentliches Angebot „normaler“ Biere, das von Gold, Pils, Hefeweizen und Export bis zu drei verschiedenen Sorten Bockbier (Heller Bock, Maibock, Winterbock) reichte.

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im stillgelegten Gebäude kann man noch die kupfernen Sudkessel erkennen

Obwohl das Meininger durchaus nicht unbeliebt war, war der Brauerei aber trotzdem kein wirtschaftlicher Erfolg vergönnt. Bereits im März 2011 wurde – eigentlich noch rechtzeitig vor dem Bankrott – Insolvenz angemeldet, aber trotz intensiver Bemühungen konnte kein Investor gefunden werden, der die Brauerei noch einmal mit einer Kapitalspritze ins Leben zurückrufen wollte. Anfang 2012 musste dann die Entscheidung getroffen werden, die Brauerei zu schließen. Die restlichen Bierbestände wurden abverkauft und das Gebäude entkernt. Bis zum 29. Februar 2012 wurde das Unternehmen wirtschaftlich abgewickelt und anschließend begann die Frist zu laufen, bis zum 31. Juli 2012 das Gebäude zu räumen, Tanks und Kessel zu entfernen.

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Abtransport der alten Lagertanks

Im Sommer 2012 endet somit eine Brauereigeschichte, die bis ins Jahr 1860, damals noch unter dem Namen Völlersche Brauerei, zurückreicht. Die Stadt Meiningen hat sich die Namensrechte am „Meininger“ gesichert und es gibt Pläne, das Meininger Bier zunächst im Lohnbrauverfahren irgendwo anders herstellen zu lassen, bis vielleicht doch eine neue Braustätte im Stadtgebiet errichtet werden kann. Es bleibt zu hoffen, dass dies der Stadt gelingt.

Am 21. Mai 2012 waren die Zufahrtsstraßen zum Brauereigebäude mit Halteverbotsschildern markiert – an diesem Tag sollten die Kessel und Tanks endgültig mit einem riesigen Kran aus dem Gebäude gehoben werden und auf Schwerlastkraftwagen abtransportiert werden.

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das Braustübl Sudpfanne

Einzig das Braustübl Sudpfanne steht noch gepflegt da, und einige Fahrzeuge mit Meininger Reklame warten auf ihren Einsatz. Ein paar alte Holzfässer zur Dekoration, aber daneben schon der Tieflader mit einem ausgedienten Lagertank. Ein trauriges, deprimierendes Bild.   Die Internet-Repräsentanz der Brauerei ist nach wie vor unverändert – am gleichen Tage, an dem die Brauerei entkernt wird, dem 21. Mai 2012, begrüßt die Website den Besucher freundlich und heißt ihn herzlich willkommen.

Bilder

Meininger Privatbrauerei GmbH & Co. KG
Am Bielstein 3
98 617 Meiningen
Thüringen
Deutschland

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