Malto
Hamburg
DEU

[Rückblick auf die Hamburg Beer Week. 28. August 2021.]

Seit 2018 gibt es in Hamburg in der Max-Brauer-Allee ein bieriges Kleinod zu bewundern: Malto.

Was das ist?

Im Moment eigentlich noch nichts anderes als ein winziger Taproom, in dem Biere ausgeschenkt werden, die zwar selbst gebraut sind, aber noch ohne eigene Anlage. Die jungen Männer, die hinter dem Projekt stehen, sind schon eine Weile mit ihrer Biermarke Birrificio Shanghait unterwegs, haben tolle Pläne und mehr Ideen als Geld.

Außenansicht

Letzteres merkt man dem Taproom an. Nicht im negativen Sinn, aber der Purismus, mit dem er eingerichtet ist, lässt darauf schließen, dass das Geld lieber irgendwann mal für eine eigene Brauerei ausgegeben werden soll als für edle Innenarchitektur.

Deswegen ist es aber trotzdem ansprechend und nett, und es liegt nur am guten Wetter, dass ich es bevorzuge, durch den Taproom hindurchzugehen und mich auf der anderen Seite in den kleinen Garten zu setzen. Ein paar klapperige Gartenmöbel, ein kleiner Schirm, und das war es dann schon. Purismus also auch hier.

schlichtes Fliesendekor

Auf der Bier- und Speisekarte jedoch Opulenz. Denn es ist Hamburg Beer Week, und anlässlich derer werden heute ein paar spannende Biere mit frischen Austern kombiniert.

Für mich eine ganz neue Erfahrung. Austern habe ich zwar schon mal gegessen, aber dass verschiedene Austernsorten so unterschiedlich schmecken können, und dann eigentlich jede Sorte für sich mit unterschiedlichen Bieren kombiniert werden könnte, das ist mal eine neue Erfahrung.

Allerdings eine, die ich heute nicht richtig vertiefen kann. Gerade erst habe ich mich richtig schön sattgegessen, und ein paar Biere habe ich auch schon getrunken, so dass es jetzt mit x verschiedenen Bier- und Auster-Kombinationen leider nichts wird.

Vielleicht fange ich einfach mal langsam an, trinke ein nicht zu forderndes Bier und kucke mal, ob damit der große Verkostungsappetit wieder zurückkommt.

Der bestirnte Himmel

Der Blick in die Bierliste offenbart viel Poesie, und ich entscheide mich für ein Bier namens „Der bestirnte Himmel“, ein Pale Ale mit 5,2% Alkohol. Leuchtend gelb steht es im Glas, gekrönt von feinem, kremigem und weißem Schaum. Angenehme Fruchtnoten, eine ausgewogene Bittere – an diesem Bier passt eigentlich alles. Na, vielleicht bis auf den simplen Willibecher. Das ist zwar ein hervorragendes Universalgefäß, aber dieses Bier hätte ein schönes Verkostungsglas verdient gehabt, in dem die Fruchtaromen noch besser zur Geltung gekommen wären. Trotzdem aber: Sehr fein!

Das Bier verfehlt seine Wirkung nicht. Langsam, ganz langsam kommt doch ein bisschen Appetit zurück, und so frage ich die nette junge Dame, die hier im Garten den Service macht, was sie denn empfehlen könne, wenn ich jetzt nur ein Bier und eine Austernsorte kombinieren wollen würde.

„Hm.“ Sie denkt einen Moment nach. „Warte mal kurz!“

Sie verschwindet im Taproom und kommt rasch wieder: „Also, wir haben noch vom Canard Enragé. Das ist ein Smoked IPA und ein Collab zwischen Malto und Merlin Hops. Und dazu die russische Austernsorte, die ist recht fett und saftig.“

Canard Enragé

Das hört sich gut an, und Augenblicke später wird serviert. Ein paar Scheiben Baguettebrot mit Butter, eine dicke Auster und dazu ein erneut strahlend gelb leuchtendes Bier – das Smoked IPA. Es hat 7,0% Alkohol, eine dezente Rauchnote und genügend Charakter, dass es mit der in der Tat sehr fleischigen und saftigen Auster eine wunderbare Kombination ergibt.

Wie gerne hätte ich jetzt noch ein bisschen mehr Hunger, aber es geht beim besten Willen nichts mehr rein. Jede weitere Auster wäre nur noch sinn- und freudloses Hineinstopfen und kein Genuss mehr. Wie schade.

Austern und Bier

Ich werfe noch einmal einen Blick in den Taproom. Die geflieste Theke, die Fliesen an der Wand, die nackten Glühbirnen – es ist ein stylischer Purismus. Aber wem das Ganze in seiner Farblosigkeit zu schlicht ist, der kann sich ja an den quietschbunten Etiketten der Craftbierdosen im Kühlschrank erfreuen, denn neben den eigenen Bieren vom Hahn gibt es auch eine ganze Reihe weiterer, interessanter Biere anderer Kleinbrauereien und Craftbeerlabel zu verkosten. Grund genug also, hier ein andermal, und zwar durstig, wieder einzukehren und nicht schon vorher jede Menge anderer Biere getrunken zu haben.

Der kleine Taproom Malto, der irgendwann auch einmal ein eigenes Sudwerk beherbergen soll, ist täglich ab 17:00 Uhr geöffnet, sonntags schon ab 16:00 Uhr, und dienstags ist zu. Erreichbar ist er in drei Minuten zu Fuß vom Bahnhof Altona, also auch mit dem Intercity und ICE bequem zu erreichen.

Bilder

Malto
Max-Brauer-Allee 88
22 765 Hamburg
Hamburg
Deutschland

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