[Blick zurück auf Januar 2025]
Kennste eines, kennste alle?
Naja, irgendwie schon. Die großen Münchner Brauereien haben im ganzen Bundesgebiet ihre Wirtshäuser – auch in Hamburg, und auch die Hofbräu München. Und sie pflegen dabei ihre Corporate Identity: In Himmelblau und in Weiß, mit riesigen Schankräumen, mit Bedienungen in trachtenähnlichen Verkleidungen, mit großen Bierkrügen, mit deftigem Essen, mit Schunkelmusik als Raumbeschallung.
Im Helmut-Schmidt-Haus am Speersort, direkt unter der großen Leuchtreklame der Zeit, also der Wochenzeitschrift, hat sich die Hofbräu München mit dem Hofbräu Wirtshaus Speersort einquartiert, und weil ich gerade ein bisschen Zeit, also die echte, physikalische Zeit jetzt, zum Totschlagen habe, nicht genug, um gezielt irgendwohin zu laufen oder zu fahren, aber zu viel, um einfach nur rumzustehen und zu warten, kehre ich dort schnell auf ein Bier ein.

ein Dummy-Kupferkessel mitten im Raum
Es ist so, wie es ist und wie ich es erwarte. Bis hin zum kupfernen Sudkessel, der als Dummy und Dekoration mitten im Raum steht und allein durch seine Präsenz daran erinnert, wessentwegen man hier ist, des Bieres nämlich.
Gewohnheitsmäßig schaue ich auf die Wand hinter der Theke und suche die schwarze Kreidetafel mit dem Bierangebot. Ach, halt, nein, wir sind ja nicht in einer Craftbier-Bar. Oder, äh, noch mal halt, da hängt ja doch eine Tafel! Nicht direkt hinter der Theke, sondern etwas seitwärts versetzt, aber: Auf ihr sind die angebotenen Biere notiert!
Geht doch!
„Kristall“ lese ich.
„Oh, Ihr habt Kristallweizen?“
Die Bedienung im Dirndl nickt, und Augenblicke später steht das Glas vor mir. Goldgelb, blank gefiltert, mit schneeweißem, allerdings nicht sehr üppigem Schaum und perlenden Kohlensäurebläschen. Spritzig frisch und so schmeckend, wie ein Großbrauerei-Kristallweizen halt schmeckt. Ein bisschen gestreamlined, fast schon zu dünn, aber dennoch so weit in Ordnung. 5,4% Alkohol.

Kristallweizen findet man in Hamburg nicht so oft
Das Bier zischt sich rasch und widerstandslos weg. Durchtrinkbar. Die Zeit verrinnt, und meine kleine Pause ist schon wieder vorbei.
Tja, mehr gibt es dann auch nicht zu sagen – wie es hier aussieht, das zeigen ja die Bilder in der Bildergalerie.
Das Hofbräu Wirtshaus Speersort ist täglich ab 11:00 Uhr bis Mitternacht durchgehend geöffnet, sonntags für den Frühschoppen schon ab 10:00 Uhr. Kein Ruhetag. Von der Mönckebergstraße aus geht man keine 100 m Richtung Süden, und schon ist man da.
Hofbräu Wirtshaus Speersort
Helmut-Schmidt-Haus
Speersort 1
20 095 Hamburg
Hamburg
Deutschland

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