Thomas Lang
Goldbergs Heiliges Fass

Die Leser meines Blogs haben schon zwei Rezensionen von Thomas Langs Schräggastrokrimis lesen dürfen – und was soll ich sagen: Auch der dritte dieser Krimis, Goldbergs Heiliges Fass, passt nahtlos in das Konzept.

Thomas Lang
Goldbergs Heiliges Fass

Kurze, stakkatohafte Sätze, zugespitzte Dialoge, rasche Wechsel der Szenen und unerwartete Handlungsstränge, skurrile bis realitätsfremde Wendungen und viel, viel Wortwitz sind Programm. Bierbezug? Immer. Der Leser schwankt zwischen Mitfiebern und Mitleid, denkt sich für einen Moment „Jawoll!“, nur um einen Absatz später seine Meinung zu revidieren: „Bloß nicht!“

Ein Stil, auf den man sich einlassen muss. Ein Stil, der auf Political Correctness pfeift. Man darf attraktiven Damen hinterherschauen, Alkohol (besonders Bier) als Lösung aller Probleme ansehen und zweideutige Witze reißen. Manchmal platt, manchmal hochkomplex.

Mir macht es Spaß, diese Krimis zu lesen. Als Ausgleich zu einem fordernden Alltag voller Verantwortung und Korrektheit. Und ich erfreue mich an Behauptungen wie „Gibt Gegenden in Franken, da ist es gesetzlich verboten, Bier in derart kleinen Einheiten auszuschenken.“ oder „Vegan ist so viel mehr als Tofu. (…) Vegan ist im Grunde all das, was Kühe auf der Weide fressen.“

klare und polarisierende Statements

Zufrieden lese ich über den Protagonisten Minkin: „Wein war für Minkin all die Jahre das geblieben, was man trank, wenn das Bier alle war.“ Und dann fiebere ich mit ihm mit und begleite ihn auf der Suche nach dem Heiligen Fass – dem Fass, aus dem Jesus und seine Jünger vor 2000 Jahren beim letzten Abendmahl ihr … Bier getrunken haben.

Thomas Lang
Goldbergs Heiliges Fass
Oertel + Spörer Verlags-GmbH + Co. KG
Reutlingen, 2018
ISBN 978-3-88627-792-6

Der Krimi „Goldbergs Heiliges Fass“ ist der dritte in der Reihe der Goldberg-Krimis. Meine Rezensionen zu den anderen Bänden findet Ihr hier:

Goldbergs Liste (2015)
Goldberg und der unsichtbare Feind (2021)

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