Nachtrag 6. März 2026: Bämm! Die Nachricht kommt wie ein Donnerschlag aus heiterem Himmel. „Mit schwerem Herzen müssen wir bekannt geben, dass Locksmith Brewing – The BrewHouse mit sofortiger Wirkung seinen Betrieb einstellt.“
Selbst Insider zeigen sich konsterniert. Dass es Probleme mit der Brauanlage gegeben hatte, wissen wir alle. Erst die nicht ausreichende Stromversorgung, dann irgendwelche, eigentlich kleinere und lösbare, Schwierigkeiten mit der Sudhaussteuerung. Man hatte sich an Verzögerungen gewöhnt, und die wahren Biernerds sind geduldig.
Und jetzt das! „Mit sofortiger Wirkung!“ Keine Vorwarnzeit, kein Restetrinken, nichts.
Ach, liebe Yvonne, lieber Thorsten, es tut allen, die geduldig gewartet haben, unendlich leid! Ihr habt es versucht, mit so viel Motivation und persönlichem Einsatz. Es hat nicht sollen sein.
Der Vollständigkeit halber und für die Chronik hier der komplette Text der Meldung:
„Mit schwerem Herzen müssen wir bekannt geben, dass Locksmith Brewing – The BrewHouse mit sofortiger Wirkung seinen Betrieb einstellt.
Locksmith Brewing steht für handwerklich gebrautes Bier, Leidenschaft für Braukunst und eine lebendige Craft-Beer-Kultur. Unsere kleine Familienbrauerei entwickelte sich aus ersten Brauversuchen im heimischen Umfeld zu einer etablierten Marke innerhalb der regionalen Craft-Beer-Szene.
In der Vergangenheit sahen wir uns jedoch mit einer Reihe wirtschaftlicher Herausforderungen konfrontiert. Steigende Kosten für Energie, Rohstoffe und Logistik, eine zunehmend angespannte wirtschaftliche Lage in der Gastronomie sowie strukturelle Veränderungen im Markt für Craft Beer haben den Betrieb erheblich belastet. Trotz großer Anstrengungen, kreativer Konzepte und der Unterstützung unserer Gäste war es letztlich nicht mehr möglich, die wirtschaftlichen Hürden nachhaltig zu überwinden.
Hinzu kamen mehrere Rückschläge, die den Betrieb zusätzlich erschwerten. Investitionen, die ursprünglich für Wachstum und Weiterentwicklung gedacht waren, konnten unter den aktuellen Rahmenbedingungen nicht wie geplant umgesetzt werden. Gleichzeitig führten allgemeine Marktveränderungen und eine sinkende Planungssicherheit dazu, dass der Betrieb des BrewHouse wirtschaftlich nicht mehr tragfähig fortgeführt werden konnte.
Die Entscheidung zur Schließung ist uns nicht leichtgefallen. Das BrewHouse war für viele Gäste, Freunde und Unterstützer mehr als nur ein Ort für gutes Bier – es war ein Treffpunkt für Austausch, Genuss und Gemeinschaft.
Wir möchten uns ausdrücklich bei allen bedanken, die uns auf diesem Weg begleitet haben: unseren Freunden, Gästen, Partnern, Lieferanten und natürlich unserem großartigen Team. Ohne sie wäre diese Reise nicht möglich gewesen.
Auch wenn das Kapitel Locksmith Brewing – The BrewHouse nun endet, bleiben die Erinnerungen an viele besondere Abende, Gespräche und gemeinsame Momente bestehen.
Wir bedanken uns für eure Unterstützung über all die Jahre.“
Locksmith Brewing | The Brew House
Nachtrag 21. Dezember 2024: Ein paar zusätzliche Bilder von heute in der …
Locksmith Brewing | The Brew House
Tja, das kommt davon, wenn man sich zu sehr auf die Hamburger City und höchstens noch den Bereich rund um St. Pauli fokussiert. Dann passiert es nämlich, dass man regelmäßig in Hamburg ist und trotzdem beinahe verpasst, wie hier eine neue Brauerei entsteht – im Norden nämlich, in Volksdorf.
Zum Glück aber nur beinahe, denn das Biernetzwerk funktioniert zuverlässig: „Moin, ich hab et Yvönnsche von Locksmith kontaktiert“, heißt es in einer Nachricht: „Et Yvönnsche“ ist in diesem Fall Yvonne Schlosser, die zusammen mit ihrem Mann Thorsten unter dem Namen Locksmith Brewing (Locksmith ist ja nix anderes als die Übersetzung des Familiennamens) schon seit einigen Jahren eine eigene Biermarke auf dem Markt hat und nebenbei auch noch das kleine Bierlädchen Hopfenspeicher betreibt.
Jetzt, also im Oktober 2024, soll mitten im alten Ortskern von Volksdorf eine kleine Brauerei mit Taproom entstehen, und die ersten Impressionen, die es im Netz zu sehen gibt, sind vielversprechend.
Yvonne und Thorsten signalisieren, dass sie wegen der ganzen Bauarbeiten kurz vor der Eröffnung zwar keine Zeit hätten, aber wir könnten trotzdem mal hereinschneien und uns umsehen. Was ich mir nicht zweimal sagen lasse.

Schaufensterbummel
So kämpfen wir uns durch den Schienenersatzverkehr (was für ein herrlich deutsches Wort …) und treffen uns mit meinem Informanten am 12. Oktober 2024 vor dem Taproom. Noch keine schöne Reklame draußen, nur ein paar Aufkleber im Fenster, und durch das Fenster sehen wir emsiges Treiben.
Vorsichtig drücken wir die Tür auf und sehen uns um. Links von uns laden dicke Ledersofas mit bunten Kissen zum gemütlichen Herumlungern ein. Gerade vor uns stehen einige einfache Holztische mit ebenso einfachen Holzstühlen, weiter hinten dann Hochtische mit Barhockern. Rechter Hand sehen wir eine mit verschiedenfarbigen Hölzern verkleidete Wand, sehr ansprechend.
Das Wichtigste aber steht in der Mitte des Raums: Die Theke mit den vierzehn Zapfhähnen, dahinter die Gär- und Lagertanks und noch weiter hinten noch mehr Tanks und Edelstahlgerät. Sieht alles einerseits noch sehr chaotisch aus, weil die Handwerker noch herumwuseln, alle möglichen Installationen und Aufräumarbeiten noch gemacht werden müssen und ganz am Ende noch das Feintuning für die Deko aussteht, andererseits wirkt es aber auch schon sehr professionell und durchdacht. Trotz Chaos sehen wir, wie stimmig alles sein wird, wie viel Gedanken sich Yvonne und Thorsten gemacht haben, wie viel Liebe hier im Detail steckt.
„Feiern kann man hier schon“, bemerkt Thorsten, ohne sich bei der Arbeit unterbrechen zu lassen. Ohne von seinem Werkzeug aufzuschauen, erzählt er von der Achtziger-Jahre-Party mit rund fünf Dutzend Gästen, die gestern hier stattgefunden hat. „Kostet zwar auch wieder Zeit, war aber toll.“

die Party auf diesen Sofas war bestimmt toll
„Bier kann ich Euch leider keins anbieten“, fährt er fort. „Wenn Ihr das probieren wollt, dann könnt Ihr aber zumindest unser Flaschenbier im Hopfenspeicher verkosten.“
Na, und genau das machen wir jetzt auch, beschließen wir. Hier auf der Baustelle stören wir nur. Wir haben genug gesehen, um einen tollen Vorgeschmack bekommen zu haben und zu wissen, dass wir bei unserem nächsten Hamburg-Trip definitiv nach Volksdorf fahren werden. Ohne Schienenersatzverkehr. Dafür aber mit funktionierender Brauerei nebst Taproom. Hoffentlich ganz bald – macht alles nämlich schon einen tollen Eindruck!
Und jetzt laufen wir mal rüber zum Hopfenspeicher …
The Brew House, die neue Brauerei mit Taproom von Locksmith Brewing, ist noch nicht eröffnet – kann aber nicht mehr lange dauern. Zu erreichen ist sie wunderbar mit der U1 bis Volksdorf, und von dort aus läuft man drei, vier Minuten Richtung Süd-Süd-West, und dann ist man schon da.
Locksmith Brewing GmbH | The Brew House
Im Alten Dorfe 24
22 359 Hamburg
Hamburg
Deutschland

Moin lieber Volker,
toller Bericht! Schön dass Ihr zu Besuch im BREWHOUSE wart! Beim nächsten Mal habe ich mehr Zeit für euch.
Schreibt mich einfach an, dann nehmen wir uns Zeit für Euch und zeigen euch die Brauanlage und verkosten ein paar unserer Biere.
Liebe Grüße Yvonne und Thorsten
Hallo, Thorsten,
Dankeschön für Deine netten Worte – freut mich riesig, dass Euch der Bericht gefallen hat. Ihr habt inzwischen ja eröffnet, und sowie wir das nächste Mal in Hamburg sind und es mit Euren Öffnungszeiten passt (vielleicht schon im Dezember, spätestens aber Ende Januar), werden wir vorbeikommen und uns alles ganz genau anschauen! Wir freuen uns drauf!
Bis bald also!
Mit bestem Gruß,
VQ