BRŁO Brewhouse – Braukunst Berlin GmbH
Berlin
DEU

Oh, Mann, das ist der totale Übermut.

Gerade habe ich einen langen Tag auf der Wurst & Bier 2017 verbracht, habe wahrlich genügend Biere getrunken und viel leckere Wurst gegessen, und nun zuckele ich mit der U-Bahn in Richtung Hotel, das direkt am Gleisdreieck liegt.

Und während die U-Bahn noch in die Station einrollt, sehe ich linker Hand im Dunklen einen großen, schwarzen Klotz und die Leuchtschrift BRŁO. Das BRŁO Brewhouse. Seit 17. Januar in Betrieb und jetzt schon DIE Neueröffnung des Jahres 2017 in Berlin. Aus großen Containern zusammengesetzt, somit von Anfang an als nur halbstationäre, temporäre Lösung geplant, aber trotzdem solide gebaut.

Nur für einen kleinen Moment schwanke ich, ob ich dort wirklich noch hingehen soll, oder ob es nicht besser wäre, heute früh ins Bett zu gehen und sich auszuschlafen. Aber als ich am Ende der Treppe den Wegweiser sehe, steht der Entschluss fest: Ich gehe da noch auf ein winziges Bierchen hin. Wenigstens dagewesen sein muss ich, wenn das Hotel doch schon direkt nebenan liegt.

Und so laufe ich auf den pechschwarzen Klotz zu. Jetzt im trüben Februar-Smog sieht er von der U-Bahn-Seite her nicht wirklich einladend aus – der einzige Lichtschein kommt von der kleinen Eingangstür. Ein paar Schritte, und ich stehe drinnen.

Keine Spur mehr von abweisender Atmosphäre. Ganz im Gegenteil. Eine große Halle, mit vielen modernen Stilelementen, Leuchtstäbe an der Decke als stylische Beleuchtung. Und an der Stirnwand die Theke. Eine lange Batterie von Zapfhähnen, rund zwanzig Stück dürften es geschätzt sein. Darüber ein großes Gitter mit schwarzen Tafeln. Auf jeder Tafel ein Bier. Brauerei, Stil, Name des Biers, Alkoholgehalt und der Preis für ein kleines beziehungsweise ein großes Glas. Sauber und übersichtlich präsentiert, und ich bin nicht der einzige, der davor steht und einen langen Hals macht.

Aber nicht nur wegen der Qual der Wahl. Sondern auch, weil hinter der Theke, nur durch eine Glasscheibe abgetrennt, blutrot illuminiert das Sudwerk steht. Beeindruckend.

Theke und Sudwerk

Ich drehe mich noch einmal um, lasse meinen Blick durch die ganze Halle schweifen. Am anderen Ende kann man auf zwei Ebenen sitzen und von oben über die Brüstung eine tolle Aussicht in den Schankraum genießen.

Und das soll wirklich ein Provisorium sein? Eine temporäre Installation?

Katharina, Christian und Michael, das Team hinter dem BRŁO Brewhouse, behaupten es auf ihrer Website: „mobil und temporär“. Kein Architekturwunder für die Ewigkeit, sondern für das hier und jetzt. Deutlich schneller zu bauen als der BER-Flughafen, aber dennoch robust und stabil genug, um eine Weile betrieben zu werden. Die 38 Überseecontainer, aus denen es zusammengesetzt wurde, sind schließlich gebaut worden, um die Unbill der sieben Meere zu trotzen, da werden sie dem Berliner Nieselregen schon auch eine Weile standhalten.

Übermütig, weil eigentlich doch satt und biermüde, bestelle ich mir ein Tasting Board mit fünf BRŁO Bieren. Und dazu, weil es gar so lecker aussieht, auch noch etwas zu Essen. Brokkoli, Zwiebelkreme, Schweinebraten – nur eine „Kleinigkeit“.

Es schmeckt genauso gut, wie es aussieht. Ein großes Lob an das Team in der Küche. Ich habe eigentlich keinen Hunger, aber ich genieße das Essen rundum.

das Tasting Board

Die Biere dazu? Ebenfalls prima: Eine leichte Berliner Weisse, schön frisch säuerlich, mit gerade mal 4,0% Alkohol. Eigentlich kein Bier für die kalte, trübe Jahreszeit, aber trotzdem fein. Das Helle weich und rund, süffig. 5,0% Alkohol. Das Pale Ale mit 6,0% stärker und schön hopfenbetont, ohne zu bitter zu sein. Das IPA mit 7,0% schon ziemlich stark. Hopfig, kernig, mit einer schönen, knackigen Bittere. Und schließlich das Porter. Dunkelbraun, leicht ins rubinrote changierend. Ebenfalls 7,0% Alkohol, und mit einem schön komplexen Aromenspiel.

Das ganze serviert auf einem Tisch, der aus dicken, alten Bohlen gezimmert ist, die an Eisenbahnschwellen erinnern. Rustikal. Freundliches Personal, das sich nett um die Gäste kümmert. Auch wenn es vielleicht manchmal etwas länger dauert, denn es ist voll, und sie haben alle Hände zu tun.

Übermut hin, Übermut her – es war trotzdem eine gute Entscheidung, hier noch auf einen Absacker (oder mehr…) einzukehren.

Das BRŁO Brewhouse ist dienstags bis freitags ab 17:00 Uhr und sonnabends und sonntags ab 12:00 Uhr durchgehend geöffnet. Montags ist Ruhetag. Wie an vielen Orten in Berlin. Ist also doch noch keine Weltstadt – will erst eine werden. Vielleicht, wenn der Flughafen fertig ist… Zu erreichen ist das BRŁO Brewhouse perfekt mit der U-Bahn (U1 und U2), die Container stehen unmittelbar neben der U-Bahn-Station.

Bilder

BRŁO Brewhouse – Braukunst Berlin GmbH
Schöneberger Straße 16
10 963 Berlin
Berlin
Deutschland

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