Dolden Mädel Braugasthaus
Berlin
DEU

Eine S-Bahn-Fahrt quer durch die Stadt zeigt uns einmal mehr, wie groß Berlin tatsächlich ist. Eine ganze Weile sind wir unterwegs, gehen dann noch ein paar Meter zu Fuß, und schließlich stehen wir vor dem Dolden Mädel Braugasthaus.

In Hamburg hat die Ratsherrn-Brauerei mit dem direkt danebengelegenen Braugasthaus Altes Mädchen einen gewaltigen Erfolg. Neben zahlreichen Bieren der Ratsherrn-Brauerei gibt es jede Menge Gastbiere vom Hahn und aus der Flasche, und dazu wird viel Wert auf interessante, nachhaltige und handwerkliche Küche gelegt. Was lag also näher, als dieses Konzept auch auf die Hauptstadt zu übertragen?

Und so entstand das Dolden Mädel 2015 in Berlin.

Für eine Moment stehen wir mit einer Gruppe Bierliebhaber unentschlossen im Biergarten. Die Sonne scheint zwar, es ist aber auch noch ein bisschen kühl. Drinnen oder draußen? Die Fröös-Ärsche unter uns setzen sich durch: Drinnen! Da sind wir zwar dann die einzigen Gäste, andererseits haben wir es dort dann aber auch gemütlich und warm.

drinnen waren wir die einzigen Gäste

Die Einrichtung ist rustikal-ansprechend und von vorne bis hinten auf das Zelebrieren von gutem Bier getrimmt. Der Blick auf die Tafel mit den Fassbieren lässt das Wasser im Mund zusammenlaufen, und der einzige auf Anhieb erkennbare Nachteil ist: Das angebotenen Probierbrettchen „Volles Brett“ beinhaltet nur die Standard-Biere der Ratsherrn-Brauerei, also die, die man ohnehin schon kennt. Die weniger bekannten Biere gibt es dann halt nur in 300-ml-Portionen aufwärts.

Einige von uns sind mit den Ratsherrn-Bieren noch nicht so vertraut, insofern findet das Volle Brett durchaus Absatz, während ich mich zunächst dem 5,4%igen Pale Ale namens Crab #1 des Braunschweiger Labels Crabbs (Vorläufer-Marke der National Jürgens Brauerei) zuwende. Schön fruchtig und herb ist es, ein sehr angenehmer Vertreter seines Bierstils. Ein gelungener Auftakt.

Auch der Veggie-Burger, den ich mir aus Neugier bestellt habe, sagt mir zu. Gut!

Die anderen arbeiten sich systematisch durch ihre Vollen Bretter, und ich lange nach dem 6,4%igen Frostzilla, einem Cold IPA von Bräugier. Schmeckt fein, gefällt gut, aber löst natürlich eine Reihe von Diskussionen aus: Was ist denn überhaupt ein Cold IPA? Ein kalt vergorenes India Pale Ale? Mit einer Hefe, die in der Lage ist, auch bei kalten Temperaturen ihren Stoffwechsel aufrechtzuerhalten? Ist das dann nicht eine untergärige Hefe? Und müsste dann das Bier nicht ein Lager und kein Ale sein? Also eher ein Warm IPL anstelle eines Cold IPA? Oder, konsequenterweise, nicht gleich gar ein hopfengestopftes Pilsner?

Wir lästern so vor uns hin, aber sind uns immerhin einig: Geschmacklich ist das Bier okay! Das ist schließlich das Wichtigste.

zwei neue Biererfahrungen

Gut gesättigt, um einige neue Biererfahrungen reicher und mit dem Service und den Speisen sehr zufrieden, machen wir uns wieder auf den Weg – erneut liegen einige Stationen mit den Öffis vor uns.

Das Dolden Mädel Braugasthaus ist täglich ab 13:00 Uhr durchgehend geöffnet; kein Ruhetag. Zu erreichen ist es recht einfach mit der U-Bahn-Linie U6 – es liegt genau zwischen den Haltestellen Mehringdamm und Platz der Luftbrücke. Man kann sich also aussuchen, ob man von Süden oder von Norden kommend etwa fünf Minuten zu Fuß geht.

Bildergalerie

Dolden Mädel Braugasthaus
Mehringdamm 80
10 965 Berlin
Berlin
Deutschland

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