„Bier aus dem Norden“
6. Tag der norddeutschen Braukultur

und: 10 Jahre Kampagne für Gutes Bier Deutschland

10 Jahre Kampagne für Gutes Bier – das bedeutet gleichzeitig 10 Jahre Einsatz für mehr Biervielfalt in Deutschland. Noch immer ist Deutschland dominiert von der immer gleichen Einfalt in der Vielfalt der sich untereinander zum Verwechseln ähnelnden Fernsehbiere, aber gleichzeitig ist in den letzten Jahren eine Gegenbewegung entstanden. Zunehmend mehr Kleinbrauereien, Gasthausbrauereien und Biermanufakturen brechen die Einheit auf und bereichern den deutschen Biermarkt mit originellen, traditionellen, schmackhaften, historischen oder völlig neuen Bierkreationen; Bierkreationen, die nicht jedem gleichermaßen munden, die aber den Biermarkt farbiger gestalten, dem Konsumenten mehr Auswahl bieten und zum Teil vielleicht auch eine neue Nische im Markt zu erschließen helfen. Die Kampagne für Gutes Bier Deutschland begleitet und unterstützt diese Entwicklung mit Schwerpunkt im norddeutschen Raum nun schon seit zehn Jahren.

Am 6. Juli 2013 fand die Mitgliederversammlung zu diesem zehnten Jahrestag statt, und der Vorsitzende der Kampagne, Lars Seyfrid, konnte fünfzehn stimmberechtigte Mitglieder und ein halbes Dutzend interessierter Gäste begrüßen. Nach einem kurzen, zwanglosen Treffen im Verkostungsraum der Ratsherrn Brauerei, bei dem die Biere des Gastgebers bereits nach Herzenslust verkostet werden durften, schloss sich eine interessante Brauerei-Führung mit anschließender, lebhafter und sehr konstruktiver Diskussion über den deutschen Craftbeer-Markt an.

im Sudhaus der Rastsherrn Brauerei

Nach insgesamt drei Stunden war es dann aber an der Zeit, mit der offiziellen Mitgliederversammlung zu beginnen – das Braugasthaus Altes Mädchen hatte extra dafür einen Tisch für die KGBier reserviert. Neben den geforderten Formalien wie dem Kassenbericht und der Entlastung des Vorstands sowie dessen Wiederwahl (einstimmig bestätigt wurden in ihren Ämtern der 1. Vorsitzende [Lars Seyfrid], der 2. Vorsitzende [Söhnke Dunkelmann], die Schriftführerin [Nina Zimmermann] und der Kassenwart [Peter Andersen]) blieb reichlich Raum für eine sehr zielgerichtete und engagierte Diskussion über die Fokussierung der Vereinsarbeit. Besonders die Obfrau des Schwestervereins Kampagne für Gutes Bier Österreich, Britta Dolenc, die extra für diese Veranstaltung mit ihrem Partner aus Wien angereist war, konnte hier einige sehr wertvolle Impulse geben.

Und so konnten die Mitglieder am Ende der Veranstaltung zufrieden feststellen: Mit der Kampagne für Gutes Bier geht es aufwärts. Der Einsatz für die Vielfalt des Bieres bietet noch viel Raum für Aktivitäten, und insbesondere der am folgenden Tag bereits zum sechsten Mal stattfindende Tag der norddeutschen Braukultur „Bier aus dem Norden“ des Freilichtmuseums Kiekeberg ist sichtbares Zeichen für Engagement und Erfolg der Kampagne für Gutes Bier.

Bildergalerie 10 Jahre KGBier Deutschland

Der 7. Juli 2013 – der Tag der norddeutschen Braukultur. Knapp zwanzig Klein- und Gasthausbrauereien aus dem norddeutschen Raum hatten sich im Freilichtmuseum Kiekeberg eingefunden und boten ein tolles Angebot an teilweise sehr experimentellen Bieren. Viele Brauer aus eher konservativen Kleinbrauereien beginnen zu experimentieren, und wenn auch mit Eichenholzchips verfeinerte, hopfengestopfte Eisböcke, wie vom Brauhaus Joh. Albrecht Hamburg präsentiert, sicherlich nicht zum Standardsortiment im Ausschank werden können, zeigen solche Biere doch die Möglichkeiten innovativer Geschmacksrichtungen auf und beweisen des Brauers Lust am Experiment.

der Stand der Ricklinger Brauerei

Die Hochschule Hamburg-Harburg war mit ihrer Campusperle und einem halben Dutzend Studenten vertreten – die vier angebotenen Biere (IPA Mandarina, IPA Hulk, 4Korn und Stout) gehörten zum Besten, was das Bierfest angeboten hat. Aber auch das Beata-Bräu vom Schulzentrum Rübekamp in Bremen, hergestellt von Brauerlehrlingen an ihrer Berufsschule, war ausgezeichnet. Die Ricklinger Brauerei zeigte sich nach dem Generationswechsel und der Übergabe des Maischepaddels von Vater auf Sohn ebenfalls sehr experimentierfreudig: Fast zehn verschiedene, sehr ausdrucksstarke Biere waren im Angebot. Und schließlich noch erwähnenswert: Das Team von der Kehrwieder-Brauerei. Die Brauanlage ist schon gekauft, das Team steht, allein, es fehlt die Immobilie, um das Ganze aufzubauen. Und so braut man zunächst als Gastbrauer in Dänemark und präsentiert sich mit dem Prototyp sowie mit zwei hopfengestopften Single Hops IPAs.

Insgesamt eine sehr schöne Veranstaltung, die bei bestem Wetter unter Beweis stellte, dass sich in Deutschlands Norden in der Szene sehr viel bewegt!

Bildergalerie „Bier aus dem Norden“

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