[Blick zurück auf meinen ersten Besuch im Januar]
Es ist schon über sechs Jahre her, dass ich die Finne Viertelbrauerei, damals noch simpel Münsteraner Finne genannt, besucht habe. Ich erfuhr bei meinem Besuch von Vorurteilen und Ressentiments, erlebte andererseits aber auch eine sehr einladende Atmosphäre und grundsolide Biere.
Die Vorurteile sind verschwunden. Niemand schimpft mehr über die Finne. Ganz im Gegenteil – trotz CoVid-19, Ukraine-Krieg und Wirtschaftskrise ist es den Gründern der Finne gelungen, zu wachsen und ihren Erfolg auszubauen. Sogar so hervorragend, dass sie im Herbst 2025 eine zweite, viel größere und atmosphärisch ganz anders gestaltete Location in Münster eröffnen konnten – die Finne Hafenbrauerei.
Und vor der stehe ich nun.
Der Name verrät es, die Brauerei befindet sich direkt am Stadthafen, einem kleinen Abzweig vom Dortmund-Ems-Kanal. Seit einigen Jahrzehnten findet hier kaum noch Warenumschlag statt, und die Industriebetriebe und alten Gebäude weichen nach und nach einer Wohn- und Wirtschaftsbebauung. Ein schönes und interessantes Stadtviertel, das hier gerade entsteht.
Mittendrin die Hafenkäserei und die Hafenbrauerei – Wand an Wand in einem gemeinsam genutzten Gebäude. Auf der einen Seite werden handwerkliche Käse produziert, auf der anderen handwerkliches Bier gebraut. Wahre Genießer werden sich nur schweren Herzens entscheiden können, ob sie den linken oder den rechten Eingang wählen sollen …
Allerdings ist die Hafenkäserei als gastronomischer Betrieb nur sonntags und für organisierte Events geöffnet, die Hafenbrauerei hingegen fast täglich. Das macht die Entscheidung leichter …

Blick in den noch leeren und aufgestuhlten Taproom
Ein paar Stufen sind es (oder alternativ die rolligerechte Rampe entlang), und schon stehe ich in dem großen Taproom. Hell und licht, mit freiem Blick auf die Theke und die dahinter liegenden Lagertanks. Ich bin außerhalb der Öffnungszeiten hier, insofern ist noch alles aufgestuhlt, die Tischdeko steht sauber und ordentlich aufgereiht in der Ecke, der Koch wirtschaftet in der Küche vor sich hin, und ansonsten ist alles leer. Aber ich sehe vor meinem inneren Auge, wie hier tolle Stimmung herrscht, die Menschen sich an der Theke und dem großen Hochtisch in der Mitte des Saals ballen und die hier angebotenen Biere aus sage und schreibe vierundzwanzig Zapfhähnen genießen.
Die meisten davon sind tatsächlich hier vor Ort gebraut, aber es gibt auch rund ein halbes Dutzend Gastbiere von renommierten in- und ausländischen Brauereien – es sind große Namen dabei: Weiherer, Riegele, Sibeeria, Maisel & Friends. Und als ganz besondere Spezialität ein Bier, das es sonst eigentlich nur rund um den Schornstein der oberbayerischen Brauerei gibt: Das Unertl Weizen alkoholfrei vom Fass. Der Taproom der Finne Hafenbrauerei dürfte so ziemlich die einzige Location sein, in der dieses Bier außerhalb der Region rund um Haag angeboten wird.

Blick auf das Sudwerk
Spannend, einladend, und ich freue mich, hier hoffentlich immer mal wieder bei tollen Events dabei sein zu können.
Die Finne Hafenbrauerei ist mittwochs bis freitags ab 17:00 Uhr, samstags und sonntags ab 12:00 Uhr geöffnet; montags und dienstags ist zu. Zu erreichen ist der Taproom in rund zehn Minuten zu Fuß vom Münsteraner Hauptbahnhof in Richtung Osten – sie liegt direkt am Südrand des Stadthafens.
Finne Hafenbrauerei
Am Mittelhafen 20
48 155 Münster
Nordrhein-Westfalen
Deutschland

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