KommproBier
Langenargen
DEU

„Einen sehr schönen Bierkühlschrank habt Ihr hier“, sage ich und streiche über die schwarzen Kanten des von einer LED-Reihe dezent erleuchteten Kühlschranks.

„Nicht nur einen schönen, sondern vor allem einen guten“, erwidert Helmut Heine. „Kann ich Dir nur empfehlen. Ist gar nicht so fürchterlich teuer und macht sich auch im Wohnzimmer gut“, grinst er.

„Nee, lass man. Wir haben schon zwei Kühlschränke nur für Bier in der Kammer stehen, das reicht“, stelle ich mit vorsichtigem Blick auf meine holde Ehefrau fest, deren Gesichtsausdruck eine deutliche Warnung ausdrückt.

„Och, nur zwei?“ Helmut lacht. „Anfänger! Uli und ich haben nach und nach immer neue gekauft, und als wir den vierten Bierkühlschrank hatten, haben wir uns entschlossen, aus unserem Hobby ein Geschäft zu machen.“ Er zeigt auf die verschiedenen Fächer. „Jedes Fach ist separat gesteuert mit eigener Temperatur. Oben die Barley Wines und Trappistenbiere, dann die Weizenböcke, Porters, Stouts, darunter dann Pilsner und Kölsch, und ganz unten, wo es am kältesten ist, die hellen und leichten Lagerbiere. Je tiefer, desto kälter.“

Ich seufze und schaue noch mal zu meiner Frau. Ach, die Antwort hätte ich mir denken können: „Nein!“, sagen ihre Augen. „Nein!“, sagt ihre gerunzelte Stirn. „Nein!“, sagt die hochgezogene Nase. „Dreimal Nein!“, kommt es ihr schließlich über die Lippen. „Wir haben jetzt gerade für 250,- EUR Bier gekauft, das reicht jetzt erstmal für Wochen. Und das passt bestimmt in die beiden Kühlschränke, die schon zuhause stehen.“ Die Diskussion ist beendet, bevor sie begonnen hat, aber heimlich stecke ich mir einen Prospekt des Kühlschrankherstellers in den Rucksack.

Fast zwei Stunden lang haben wir heute, am 11. Mai 2019, mit Helmut und Uli Heine zusammengesessen, geklönt, Biere zusammengetragen, verkostet, gefachsimpelt und schließlich auf ein Wägelchen geladen und bezahlt. Die beiden haben ihr Bierfachgeschäft KommproBier Anfang 2015 eröffnet und von Anfang an kompromisslos auf Qualität gesetzt.

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ein beeindruckendes Bierangebot

Wir waren einfach mal auf Verdacht hergefahren und wollten gezielt Biere für ein Beer-and-Food-Pairing einkaufen. Ein Vier-Gänge-Menü möchte meine Frau kochen, und vorher soll es einen Aperitif, hinterher einen Digestif geben. Ein paar Ideen für die notwendigen sechs Biere habe ich selbst gehabt, aber ein oder zwei zusätzliche gute Vorschläge hätte ich schon noch brauchen können. Und so sind wir mit dem Menü-Zettel in der Hand einfach mal nach Langenargen an den Bodensee gekommen.

Von außen sah es zunächst nicht so sonderlich spannend aus. Eine simple Halle, mit Blech verkleidet und in einer Farbe, die an Badezimmerfliesen der frühen sechziger Jahre erinnert. Aber kaum hatten wir die Tür zum Verkaufsraum geöffnet, fanden wir uns in einer anderen Welt wieder. Die Regale dicht an dicht mit den wunderbarsten Bieren gefüllt, alles sehr sorgfältig sortiert und beschriftet.

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von außen sieht es auf den ersten Blick nicht so beeindruckend aus, aber die inneren Werte stimmen

Für einen Moment waren wir ganz allein hier. Keine anderen Kunden, aber auch niemand, der uns bedient hätte. Neugierig griff ich in eines der Regalfächer und … hatte eine leere Flasche in der Hand. Merkwürdig. Ein zweiter Griff … wieder eine leere Flasche. Ich schaute genauer hin, und tatsächlich: Überall nur leere Flaschen!

„Kann ich Euch helfen?“, ertönte eine Stimme hinter uns, und rasch klärte sich alles auf: In den Regalen stehen in der Tat nur leere Flaschen – sämtliche Biere sind entweder in einem der zahlreichen Kühlschränke, die weiter hinten im Verkaufsraum stehen, oder gleich ganz hinten am anderen Ende der Halle in den großen Kühlräumen.

Ich drücke Helmut Heine unseren Menü-Vorschlag in die Hand. „Ich suche passende Biere hierzu!“ Augenblicke später stehen wir in einem der Kühlräume. „Also, zur Vorspeise dieses, dieses oder dieses“, murmelt Helmut und räumt Flaschen von einem Fach ins andere. „Dann das hier oder das oder vielleicht auch das!“

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die Kühlraumtüren – Eingang zum Bier-Paradies

Ich nehme schweigend von jeder Sorte eine Flasche an die Seite. Eine Spezialität ist besser als die nächste, und rasch fange ich selbst an, unabhängig von den Empfehlungen Helmuts leckere und interessante Biere aus den Fächern zu nehmen und in eine leere Kiste zu packen.

In Windeseile haben wir mehr als ausreichend Bier zusammen, um fünf Mal Gäste einladen zu können, und immer noch nicht habe ich genug. „Davon nehme ich noch eine Flasche, und hier, von dem fassgelagerten, auch noch! Ach ja, und da vorne stehen ja noch leckere belgische Spezialitäten…“

Während wir das ganze Sammelsurium auf ein Wägelchen packen und langsam, ziemlich widerstrebend, aus dem Kühlraum herausfahren, schaut mich Helmut kritisch von der Seite an. „Sag mal, wir kennen uns doch von Facebook, oder?“ fragt er, und ich nicke. Ich hatte mich gar nicht vorgestellt, sondern war einfach so als normaler, aber anspruchsvoller Kunde hereingekommen.

„Na, wenn das kein Grund ist, da mal einen Schluck drauf zu trinken!“

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ein urgemütliches Ambiente für die bewusste Verkostung

Und statt an die Kasse geht es zunächst in den Verkostungsraum. Die große Halle, in der KommproBier untergekommen ist, bietet nicht nur Verkaufsräume und Kühlräume, sondern auch noch viele, viele Quadratmeter gemütlich mit Tischen, Stühlen, Sesseln und Sofas eingerichtete Verkostungsecken. Wer möchte, kann gegen einen Aufpreis von einem Euro pro Flasche direkt hier im Laden verkosten, es sich gemütlich machen und einen Moment Platz nehmen. Jeden ersten Freitag im Monat gleich sowieso, denn da ist „Tag der offenen Flasche“. Jeder Gast darf durch die Räumlichkeiten und Kühlräume schlendern, in den Regalen stöbern und sich nehmen, aufmachen und trinken, was er möchte. Hauptsache, er oder sie sammelt die leeren Flaschen und Dosen und bezahlt am Ende, was getrunken worden ist. Ein wunderbares Verkostungsfest, einmal im Monat.

Aber auch eine Zapfanlage findet sich, mit fünf Zapfhähnen. Hier können dann auch ständig wechselnde Fassbier-Spezialitäten verkostet werden. Helmut zapft uns ein im Whisky-Fass gelagertes Dead & Dead von Rogue. Intensive Whiskyaromen betören Nase, Zunge und Gaumen, wunderbar weich fließt das Bier über die Zunge, und rasch spüre ich auch eine gewisse alkoholische Wärme. Nun ja, 8,8% sind ja auch nicht zu verachten…

Gemütlich sitzen wir zu viert zusammen und erzählen – von der Geschichte des beeindruckend gut sortierten Geschäfts, von den „Tagen der offenen Flasche“, aber auch von den angeleiteten Verkostungsabenden, die an jedem zweiten Donnerstag im Monat stattfinden. „Aber schreib über die Veranstaltungen bloß nicht zu viel“, scherzt Uli. „Die sind sowieso schon überlaufen. Noch mehr Werbung brauchen wir eigentlich gar nicht!“, grinst sie.

„Aber Ihr seid natürlich trotzdem herzlich eingeladen“, schiebt Helmut schnell hinterher und schickt sich an, uns noch ein Bier zu zapfen.

„Halt, halt!“ Wir wehren ab. Auf leeren Magen am frühen Nachmittag noch so ein kräftiges Bier, das wäre wohl etwas viel. Nein, auch wenn es schwerfällt, die nette Unterhaltung jetzt abzubrechen, aber nun geht es an das Zahlen und Einladen der ‘zig Bierflaschen, die wir zusammengesammelt haben. Ein bunter Reigen durch die Bierkultur der Welt.

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mit Uli und Helmut vor der Bierwand

Während wir im strömenden Regen den Kofferraum unseres Autos mit Kartons und Taschen füllen, sind wir uns einig: Mit KommproBier haben wir heute ein echtes Goldkörnchen entdeckt. Eine gewaltige Bierauswahl mit über 700 verschiedenen Flaschenbieren, alle sorgfältig gekühlt gelagert, und dazu eine perfekte und freundliche Beratung durch Helmut und seine Frau Uli – hier waren wir trotz einer mehr als eineinviertelstündigen Anreise mit Sicherheit nicht zum letzten Mal.

Definitiv einer der besten Bierläden, den wir bisher kennen gelernt haben. Toll!

Der Bottle Shop KommproBier ist mittwochs und freitags von 14:00 bis 20:00 Uhr geöffnet, sonnabends von 12:00 bis 18:00 Uhr. An jedem ersten Freitag im Monat ist von 14:00 bis 24:00 Uhr „Tag der offenen Flasche“. Der Laden liegt in einem Wohngebiet und ist in einem zügigen Spaziergang in gut einer Viertelstunde vom Bahnhof Langenargen aus zu erreichen.

Nachtrag 25. Oktober 2019: Eigentlich wollte ich nur ein bisschen Bier einkaufen. Nicht gezielt, um Gäste zu bewirten, sondern einfach nur, um den Bierkeller und die beiden Kühlschränke wieder aufzufüllen. Aber ach…

Erst zeigen mir Uli und Helmut ganz stolz, dass sie ihr „Wohnzimmer“, also den gemütlichen Sitzbereich hinten um ein paar Quadratmeter erweitert und mit weiteren Sofas und Sesseln ausgestattet haben. Noch mehr Platz für den nächsten Tag der offenen Flasche also.

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das erweiterte Wohnzimmer

Und dann folgt natürlich erste eine Bierverkostung, bevor ich auch nur daran denken darf, meine Einkäufe zusammenzustellen. „Erst wird probiert, dann eingekauft“, hieß es, und selbstverständlich füge ich mich. Einen kleinen Schluck des neuneinhalbprozentigen Saisons Avec le Bons Vœux der Brasserie Dupont probieren wir, und weil das natürlich kein Bier zum Durstlöschen ist, gibt es gleich im Anschluss noch ein Grünhopfen der Hohenthanner Schlossbrauerei – eine der letzten Flaschen dieses Suds, denn Grünhopfenbiere müssen rasch getrunken werden, bevor sie ihr wunderbares, von frischen und ungetrockneten Hopfendolden stammendes Aroma verlieren.

Beide Male muss ich mich auf kleine Schlucke beschränken, denn ich bin aus gutem Grund mit dem Auto hier. Es ging ja irgendwie um einen Biereinkauf und nicht um eine größere Verkostung.

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nur ein paar Flaschen Bier wollte ich kaufen …

Dass dieser Einkauf dann zu allem Überfluss auch noch viel größer ausfällt als geplant und einmal mehr den Kofferraum meines Kleinwagens bis zum Rand füllt, ist schon fast nicht mehr der Erwähnung wert.

Nachtrag 24. Januar 2020: Ein erneuter Besuch bei Uli und Helmut. Diesmal ganz gezielt in der Absicht, ein paar Empfehlungen für ein Bierseminar zu bekommen. Welche Biere sich denn in welcher Reihenfolge anbieten würden, was derzeit Spannendes und Typisches zu annehmbaren Preisen auf dem Markt ist, was die Miete von Verkostungsgläsern kosten wird und dergleichen Dinge mehr.

„Am Besten ist es, wir schenken uns erst einmal ein Bier ein, und dann sprechen wir darüber“, lautet die erste Feststellung, und schon bin ich wieder gefangen. Wir verkosten ein hopfengestopftes Wiener Lager der Brauerei Göller aus Zeil am Main und sind uns rasch einig: Das ist ein Bier, das in eine systematische Verkostung gehört. Hopfengestopft und dennoch malzbetont, sehr ausgewogen und süffig und trotzdem charaktervoll, und: Es ist eine saisonale Spezialität, die nicht immer zu bekommen ist.

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Wiener Lager der Braueri Göller aus Zeil am Main

Während Helmut, Uli und ich auf dem Papier tolle Pläne entwerfen, verkrümelt sich meine holde Ehefrau in den Kühlräumen. Unbemerkt von uns, die wir nun auch noch ein kräftig bernsteinfarbenes Spezial aus der Merkendorfer Hummel-Bräu trinken und planen, diskutieren und kalkulieren, stellt sie sich ihr persönliches Verkostungspaket zusammen und füllt – wer hätte es geahnt – den Kofferraum unseres Autos einmal wieder bis zum Rand.

Mit dem Angebot für das Bierseminar und einem einen Dreiviertelmeter langen Kassenbon für unseren heutigen Einkauf in der Tasche trollen wir uns wieder. Topp Beratung, feine Biere, ein jedes Mal wieder faszinierendes Angebot!

Nachtrag 13. März 2020: Ein neuer Rekord. Unser heutiger Kassenbon maß erstmals mehr als einen Meter! In den vergangenen Wochen haben wenig Reisen im Kalender gestanden, und so tranken wir unser Bier öfter daheim als sonst – die Vorräte schrumpften in erstaunlicher Geschwindigkeit. Höchste Zeit also, mal wieder so richtig aufzufüllen.

Klar natürlich, dass es erneut nicht ohne Bierproben vor Ort ging.

„Wir hätten da noch so das eine oder andere neue Bier, das wir verkosten müssen, bevor wir es in den Verkauf nehmen. Ihr trinkt doch bestimmt mit?“ Ohne die Antwort abzuwarten, öffnet Uli die erste Flasche und schenkt uns eine Probe ein, ohne uns zu zeigen, was sie da in der Hand hat.

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Orca Brau – Wer hat die Kokosnuss geklaut? – tropical blueberry coconut black IPA

Dunkelbraun ist das Bier, mit sehr wenig Schaum, dafür aber intensivem Blaubeer-Aroma. Ein paar feine Kaffee- und Schokoladennoten riechen wir auch noch, und dann nehmen wir den ersten Schluck. Irgendetwas ist da noch im Hintergrund. „Schmeckt fast wie Kokosnuss“, rutscht es meiner holden Ehefrau raus. „Bingo!“, lacht Uli. „Es ist das ‚Wer hat die Kokosnuss geklaut? – tropical blueberry coconut black IPA‘ von Orca Brau, vom Felix!“ 7,5% Alkohol hat das Bier, und trotz aller Exotik der Zutaten schmeckt es schön ausgewogen. Exotik also nicht um ihrer selbst willen, um einfach etwas Freakiges, Abgefahrenes zu brauen, sondern in aller Besonderheit noch hervorragend trinkbar und schön ausgewogen. Fein!

„Davon gibt es aber nur recht wenige Flaschen, die werden schnell weg sein“, bedauert Uli noch und greift schon zur nächsten Flasche.

Kernige Hopfennoten prägen dieses Bier, fast schon ein bisschen zu viel, zu kantig. Auf alle Fälle nach dem vorherigen Bier nicht so wirklich passend. Wir trinken einen Schluck Wasser und verkosten noch mal. Nun ist es besser, aber es bleibt eine etwas überbordende, nicht ganz runde, sondern eher raue Hopfigkeit. Ein schönes, fruchtiges und leicht kräuteriges Aroma, aber eine nicht ausgewogene Bittere in Mund und Rachen. „Ein IPA, das ist klar“, stelle ich das Offensichtliche fest. „Aber von wem?“

„Ein Collab von Camba Bavaria und Fat Head’s Brewery”, klärt Uli uns auf. „Hop Fusion American IPA, 7,0% Alkohol.“

Nicht schlecht, aber auch nichts, wovon wir uns jetzt noch einen Extra-Sixpack einpacken würden. Ein ganz normales Allerwelts-IPA, sind wir uns einig.

„Ich steige aus der Verkostung jetzt aus“, verkündet meine holde Ehefrau. „Ich muss schließlich fahren, und da sind mir auch diese winzigen Schlucke nicht geheuer!“

„Okay, dann bekommst Du halt was Alkoholfreies“, grinst Helmut und drückt ihr eine Dose Hazy IPA der Coast Beer Co. in die Hand. „0,0%. Das geht immer. Trink!“

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Coast Beer Co. – Hazy IPA mit 0,0% Alkohol

An diesem Bier scheiden sich die Geister. Helmut und Karin finden es ganz in Ordnung, Uli und ich mäkeln herum. „Das schmeckt zu sehr nach billiger Limonade und hat mit Bier gar nichts mehr zu tun“, bringe ich meine Empfindungen auf den Punkt. „Dann lieber ein Alkoholfreies aus Nittenau oder von Kehrwider!“

„Wir probieren aber noch eins?“, meldet sich Helmut und hat natürlich das Bier schon in der Hand. „Ein vorgestachelter Doppelbock!“

„Vorgestachelt? Wie soll das denn gehen? Während der Abfüllung über einen glühenden Eisenrost tropfen lassen?“ Ich runzele die Stirn. „Wie die das machen, weiß ich auch nicht“, gibt Helmut zu und schenkt uns ein.

Das Bier überzeugt trotzdem. Ein feiner, ganz leicht karamelliger Geruch, und auch im Geschmack sind Karamellnoten deutlich zu spüren. Der typische Effekt des Stachelns. Eine leicht metallische Note glaube ich noch herauszuschmecken.

„Aber kein Vergleich zum frisch gestachelten Bier.“ Da sind wir uns einig. Der schöne Effekt, weichen und warmen Schaum zu genießen und darunter das eiskalt gebliebene Bockbier, das geht beim vorgestachelten Bier natürlich nicht. In der Summe aber trotzdem ein sehr schönes Bockbier. Ich schaue auf das Etikett: „Privatbrauerei Schweiger, Ferrum – Gestachelter dunkler Doppelbock“, verrät es. 7,1% Alkohol. Spannend, was da in Markt Schwaben so experimentiert wird. Hätte ich so nicht erwartet.

„Jetzt reicht’s aber mit der Verkosterei, sonst vergessen wir noch, warum wir eigentlich hier sind!“

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voller Kofferraum und mehr als ein Meter Kassenbon

Wir verschwinden mit ein paar leeren Bierkisten in den Kühlräumen, und es dauert nicht lange, bis wir den Kofferraum unseres Kleinwagens mal wieder bis zum Rand gefüllt haben. Lachend drückt Uli uns den Kassenbon in die Hand. Erstmals mehr als einen Meter lang. Unser persönlicher neuer Rekord.

Zufrieden machen wir uns auf den Weg heim. Das sollte jetzt für ein paar Wochen reichen. Vielleicht sogar für ein paar Monate, denn die meisten Biere sind nicht gegen den Durst, sondern für den langsamen und bewussten Genuss.

Bilder

KommproBier
Mühlstraße 28
88 085 Langenargen
Baden-Württemberg
Deutschland

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