„Schoppebräu Aktion Super Fresh“
Berlin
DEU

ES MUSS NICHT DAS ENDE SEIN!

Lange hat’s jetzt gedauert seit dem letzten Paket von kurz vor Weihnachten. So schön diese Weihnachtsüberraschung in Form eines verfrühten Januarpakets vom Schoppebräu gewesen war, so lange musste dann natürlich die Pause sein, um wieder in den normalen Lieferrhythmus zu kommen. Nun aber, am 18. Februar 2021, ist es soweit: Das vierte Paket der Schoppebräu Aktion Super Fresh steht im Hausflur.

„Schoppebräu Aktion Super Fresh“ – Paket Nr. 4

Und ich? Ich bin im Afghanistan-Einsatz, viele tausend Kilometer weit weg, und kann mich nur indirekt an diesem Paket erfreuen. Meine holde Ehefrau packt es aus, dokumentiert den Inhalt und verkostet die enthaltenen Biere mit Freunden.

Aufgrund eines Packfehlers sind diesmal nur zwei Biersorten drin: Einmal das bekannte Berlin Ale, ein 5,6%iges Pale Ale mit einer sehr soliden und ausgewogenen Hopfung und einem schönen Wortspiel im Namen, passend zur Berlinale, den Internationalen Filmfestspielen Berlin, die jedes Jahr Ende Februar, Anfang März stattfinden. Auch das Etikett passt wunderbar – die gelb leuchtenden Scheinwerfer, die vom Brandenburger Tor in die Luft strahlen und den Schriftzug BERLIN.ALE bilden. Sehr schön.

BERLIN.ALE

Das andere Bier ist ein Double Dry Hopped Fresh Fruited Double New England India Pale Ale oder kurz DDHFF-DNEIPA mit dem Namen „Not for Cannibals“. Hm, was immer sich dahinter auch verbergen mag … Wenn ich daheim wäre, ginge ich ja recht kritisch an dieses Bier heran, denn der Stil New England IPA behagt mir üblicherweise nicht. Auch nicht, wenn er besonders stark eingebraut, doppelt hopfengestopft und irgendwie wohl auch mit frischen Früchten versehen worden ist.

Not for Cannibals

Meine holde Ehefrau daheim schenkt sich allerdings völlig unvoreingenommen ein Glas ein, probiert fleißig und hofft auf ein ganz vorzügliches Bier, so dass sie mir aus der Ferne eine Nase drehen und mich necken kann. Doch ganz so weit kommt es leider nicht: Sie stellt fest, dass das frisch eingeschenkte und kalte Bier zwar gut schmeckt, dass aber mit steigender Temperatur eine Reihe von Aromen freiwerden, die ihr nicht wirklich Lust auf’s Weitertrinken machen. Kein Volltreffer also.

Ich bin neugierig und werde das Bier nach meiner Rückkehr selbstverständlich auch testen. Mal sehen, wie es sich bis dahin entwickelt hat und ob ich es auch so empfinde.

Ich werde berichten!

Nachtrag 5. April 2021: Ich bin deutlich früher aus meinem Afghanistan-Einsatz zurückgekommen als ursprünglich geplant, und begeistert mache ich mich an die Verkostung all der vielen Biere, die daheim im Kühlschrank auf mich gewartet haben.

Ich beginne mit dem Berlin.Ale (5,6%): Beim Einschenken entwickelt sich ein üppiger Schaum und ich rätsle, ob ich beim Veröffentlichen des entsprechenden Fotos in den sozialen Medien wieder als Schaumburger bezeichnet werde – einerseits, weil im Landkreis Schaumburg gebürtig, andererseits aber auch in Anspielung auf die Schaumberge, die ich beim Einschenken verursache. Aber das Bier ist nicht überspundet, der Schaum ist lediglich extrem lange haltbar und baut sich in einer schönen Krone auf dem hellbraunen, gleichmäßig trüben Bier auf.

Berlin.Ale

Der Geruch ist hopfenherb und kernig, die Hopfennoten eher ins Harzige tendierend, denn ins Fruchtige, obschon im Hintergrund ein paar herbe Pampelmusennoten zu identifizieren sind und auch ein dezenter Hauch Ananas durch die Nase weht. Der Antrunk ist kernig und kräftig herb, und rasch füllen sich Mund und Rachen mit kräftigen, durchaus dominanten Hopfenaromen, die aber ausgewogen bleiben und auch der Malzsüße noch ein wenig Bühnenpräsenz lassen. Ein intensives und kräftiges Bier, das aber nicht zu Extremen neigt, sondern durchaus gefällig bleibt. Der Abgang passt dann auch dazu: Eine deutliche Herbe tief im Rachen, die aber rasch abklingt und nur so lange hängenbleibt, bis der Trinker oder die Trinkerin richtig Lust auf einen weiteren Schluck entwickelt hat.

Jetzt aber zu dem Bier, auf das ich viel neugieriger bin – nicht nur, weil ich das Berlin.Ale letzten Sommer schon getrunken hatte, sondern insbesondere, weil die Meinungen im Freundeskreis durchaus geteilt waren: Zum Not for Cannibals (8,0%).

Es ist ein überaus spannendes Bier mit ungewöhnlich langem Namen: „Not for Cannibals – Double Dry Hopped Fresh Fruited Double New England India Pale Ale“. Extrem trüb und sämig, fast schon zähflüssig fließt es ins Glas und zeigt dort eine bräunlich-rötliche Farbe und wenig Schaum, der zudem rasch zerfällt. Vorsichtig schnuppere ich und werde von intensiven Tropenfruchtnoten fast erschlagen. Es dominieren säuerlich-intensive, fast schon aufdringliche Maracuja-Noten, aber laut Etikett enthält das hinzugefügte Fruchtpüree auch Himbeeren, Mangos und Litschis. Eine leicht brotige Note liegt hinter den Früchten und wirkt im ersten Moment ein wenig unharmonisch. Der Antrunk ist fein säuerlich, auf der Zunge macht sich dann ein intensiver, vielfältiger, aber nach wie vor von der Passionsfrucht dominierter Fruchtgeschmack breit, der im Abgang ein wenig zurücktritt, um erneut leicht brotigen Aromen Platz zu machen. Ein Blick in die Zutatenliste erklärt, warum: Neben Wiener Malz, Weizenmalz und Haferflocken wurde auch Roggenmalz mit verbraut. Die 8,0% Alkohol sind nicht spürbar.

Not for Cannibals – Double Dry Hopped Fresh Fruited Double New England India Pale Ale

Im Freundeskreis wurde gelegentlich ein „leicht faulig“ mit dieser Kombination aus saurer Frucht und Brotrinde assoziiert; eine Assoziation, die ich akzeptiere, selbst aber nicht nachvollziehen kann. Gleichwohl lässt mich das Bier mit gemischten Gefühlen zurück. Als alkoholisches Erfrischungsgetränk ganz interessant, in seiner Sensorik aber so weit von „Bier“ entfernt, wie man es sich nur vorstellen kann.

Ein Aha-Erlebnis verschaffen mir die folgenden Tage, als ich das Bier mit drei verschiedenen Pralinen verkoste, die jeweils mit Krokant umhüllt sind, aber unterschiedliche Füllungen aufweisen. Bei der ersten handelt es sich um eine Lindt Fioretto Marzipan, die ich gedankenverloren in den Mund schiebe und mit dem Bier umspüle. Plötzlich tritt die Passionsfrucht in den Hintergrund und lässt den anderen Fruchtkomponenten mehr Raum – ein wahres Aromenfeuerwerk brennt auf der Zunge und im Rachen sowie retronasal ab. Statt knapp drei vergebener Sterne für das Bier pur bekommt diese Kombination reichliche vier Sterne und kratzt nachhaltig an der Höchstwertung von fünf Sternen. Was für ein überraschender und spannender Effekt!

Not for Cannibals – Double Dry Hopped Fresh Fruited Double New England India Pale Ale
kombiniert mit Lindt Fioretto Marzipan, Nougat und Cappucci
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Klar, dass ich dieses Spiel mit den anderen beiden Lindt Fioretto Sorten ebenfalls probiere, und zwar mit der Lindt Fioretto Nougat und der Lindt Fioretto Cappuccino. Auch mit diesen beiden Pralinen reicht es locker für eine Vier-Sterne-Bewertung, wenn auch der Effekt nicht ganz so tiefgreifend ist. Die Marzipan-Füllung harmonierte bei weitem am besten.

Eine eindrucksvolle Versuchsreihe, die mir beweist, dass die Kombination aus Bier und Schokolade noch unendlich viele Aromen- und Geschmackserlebnisse bereithält, die es zu erkunden gilt, ähnlich, wie es Markus Fohr von der Lahnsteiner Brauerei vor vielen Jahren auf dem 17. Lahnsteiner Bierseminar gemacht hat, als er drei verschiedene Biere und fünf verschiedene Schokoladen servierte und uns somit fünfzehn Kombinationen verkosten ließ. Spannend!

Bilder

„Schoppebräu Aktion Super Fresh“
Schönhauser Allee 176
10 119 Berlin
Berlin
Deutschland


Und hier geht es zu den anderen Lieferungen dieses Programms:

Schoppebräu Aktion Super Fresh 1

Schoppebräu Aktion Super Fresh 2

Schoppebräu Aktion Super Fresh 3

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